Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart

Mit der neuen Zeitschrift Jalta wird ein Forum eröffnet, in dem jüdische wie nicht-jüdische Stimmen zu Wort kommen. Die Autor*innen machen übersehene Perspektiven sichtbar und beziehen diese aufeinander. Sie artikulieren und entwickeln kritische Positionen und reflektieren aktuelle Diskussionen. Ihre Auseinandersetzungen stellen mehrheitsgesellschaftliche Deutungsmuster in Frage, spiegeln die Diversität der Post-Migrationsgesellschaft wider und zeigen Möglichkeiten der Allianzbildung auf.

Jalta versammelt neue Positionen zur jüdischen Gegenwart, die sich aus der Vielfältigkeit der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland heute ergeben. Diese Diversität schöpft sich nicht nur aus der Existenz von Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion, Israel, der BRD und der ehemaligen DDR. Sie ergibt sich auch aus Generationsunterschieden und der Entwicklung neuer Institutionen. Gleichzeitig ist sie Teil einer insgesamt vielgestaltiger werdenden deutschen Gesellschaft. Diese Entwicklung fordert die simple Gegenüberstellung von ‚Juden‘ und ‚Deutschen‘ als Denk- und Argumentationsfigur zunehmend heraus.

Die reale Diversität des gegenwärtigen deutschen Judentums eröffnet politische und kulturelle Potentiale, die sich in neuen Allianzen und der Erkundung alternativer Modelle für ein gesellschaftliches Zusammenleben ausdrücken. Diese Entwicklung übersteigt eine oftmals erstarrte Erinnerungskultur, von der die deutsche Öffentlichkeit geprägt ist. Was Juden und Jüdinnen heute in Deutschland sind, kann nicht mehr nur im Kontext der Shoah, des Antisemitismus und Israels erfasst werden.

Jalta versteht sich als Forum für die intellektuelle Auseinandersetzung mit jüdischen Perspektiven auf Gegenwart und Geschichte sowie mit jüdischen Themen. Die Diversität jüdischer Gemeinschaften, verschiedene Selbstverständnisse und Ausdrucksformen sind dabei Gegenstand und Ressource. Von Interesse sind vor allem die wenig sichtbaren, die bewusst wie unbewusst vergessenen, die ausgegrenzten und neuen Zugänge und Gegenstände, die sich aus der Vielzahl der oft kontroversen jüdischen Perspektiven ergeben.

Wissenschaftliche, essayistische und literarische Texte sowie Arbeiten aus der bildenden Kunst stehen gleichberechtigt nebeneinander. Neben Beiträgen zum Themenschwerpunkt gibt es in jedem Heft feste Rubriken: „Juden und?…“, „Vergessenes“ und „Streitbares“. Ebenso vielfältig wie Themen und Formen in Jalta sind auch die angesprochenen Leser*innen.

 

Herausgegeben wird Jalta von: Micha Brumlik, Marina Chernivsky, Max Czollek, Hannah Peaceman, Anna Schapiro und Lea Wohl von Haselberg.

 

Jalta erscheint halbjährlich im Frühjahr und Herbst.

Bereits erschienene und geplante Ausgaben:

 

 

01/2017 (01/5777) – Selbstermächtigung

02/2017 (02/5778) – Desintegration