Religion

Expressionismus 03/2016

Obwohl der Expressionismus zum Bruch mit den Traditionen der Elterngeneration aufruft, greifen die expressionistischen Künstler*innen in ihren Sujets sehr häufig auf religiöse Motive zurück. Dies ist vor allem mit Blick auf die bildende Kunst und die Literatur aufgefallen und diskutiert worden.

Das dritte Heft von Expressionismus möchte sich diesem Phänomen systematisch widmen und auch über die bisherigen Ansätze hinaus fragen, welche Rolle Religion für andere Formen expressionistischer Kunst (z. B. Musik oder Architektur) spielt. Einerseits sind dabei die konkreten Themen und Motive zu ermitteln, die hier aufgegriffen werden. Sicher bildet die christlich-jüdische Tradition einen der wichtigsten Referenzpunkte, doch muss auch Bezugnahmen auf andere Religionen nachgegangen werden. Welche werden gewählt und warum?

Andererseits stellt sich das Problem der Gründe für diese religiöse Schwerpunktsetzung. Sie steht zwar in einem gewissen Spannungsverhältnis zum Neuerungsanspruch des Expressionismus; gleichzeitig hat das expressionistische Pathos und das Beschwören eines ‚Neuen Zeitalters‘ messianische Züge, die gerade den Rekurs auf christliche Motivik plausibel machen. Antworten auf die Frage nach den Gründen lassen sich darüber hinaus in der philosophischen Diskussion der Zeit finden oder auch im biographischen Hintergrund der jeweiligen Akteure.

 

Mit Beiträgen von Hans Richard Brittnacher, Lorella Bosco, Swen Schulte Eickholt, Adeline Hentzschel, Olaf Koch, Michael J. McGillen, Sandy Scheffler, Klaus Schenk und Christiane Wanken.

 

Leseprobe

 

Bereits erschienene und geplante Ausgaben von Expressionismus:

01/2015 – Künstlerkreise

02/2015 – Der performative Expressionismus

03/2016 – Religion

04/2016 – Expressionistinnen

05/2017 – Der Sturm und Die Aktion

06/2017 – Wahnsinn

07/2018 – Expressionismus-Debatte(n) – Call for Papers