Gegenzeiten. Zur Kunst des Anhaltens

Wie lässt sich eine Performance anhalten? Wie wird Dauer in den zeitgenössischen Künsten stillgestellt? Und: Kann Kunst streiken?

Entgegen gängiger Selbstbestimmungen von moderner Zeit als unendlichem Fortschreiten und technischer Beschleunigung fragt der Sammelband Künste des Anhaltens. Ästhetische Verfahren des Stillstellens nach alternativen Zeitformen in den Künsten. In der Unterbrechung, der Stillstellung, dem Innehalten und der Pause zeigen sich kritisch-utopische Suchmomente eines anderen Umgangs mit Zeit. Dazu gehören stumme Posen, Tableaux Vivants, endlose Wiederholungen, Dehnungen oder das Ausstellen müßiger Unproduktivität.

Im Fokus steht zunächst die Verlangsamung als Mittel der Zeitdehnung und der Intensivierung der Darstellung. Darüber hinaus wird das Anhalten, Stillstellen oder Pausieren als Modus-, Medien- und Tempuswechsel in künst­lerischen Prozessen untersucht; und nicht zuletzt richtet sich der Blick auch auf den Streik und die Unterbrechung als ästhetische und gesellschaft­liche Zäsuren.

Künste des Anhaltens versammelt Beiträge aus Theater- und Tanzwissenschaft, Musikwissenschaft, Filmwissenschaft, Kunstwissenschaft, Philosophie und Soziologie, die sich künstlerischen und politischen Formen des Anhaltens, der Pause und der Stasis widmen und nach deren kulturellen und gesellschaftlichen Effekten fragen.

 

Mit Beiträgen von Joanna Barck, Gabriele Brandstetter, Adam Czirak, Regine Elzenheimer, Barbara Gronau, Gregor Herzfeld, Alexander Koch, Oliver Marchart, Lea Moro, Ludger Schwarte, Ursula Ströbele und Matthias Weiß.