Kunst ist ein bisschen undemokratisch und vertritt nur einen Standpunkt

Kunst sei für alle offen und demokratisch, jeder dürfe sich ihr annähern oder es wagen, sie zu erschaffen. Mit ähnlichen Parolen riefen Künstler wie Joseph Beuys und John Latham eine scheinbare kulturelle Revolution in den 1970er Jahren aus. Damals versuchte man, den Fesseln des Kunstbetriebs zu entkommen, die nur gewisse Kategorien der künstlerischen Produktion zuließen und das Publikum weit entfernt verbannten. Es waren tapfere Versuche, die autoritären Bedingungen und kommerziellen Forderungen innerhalb des Kunstraums bloßzulegen, doch was wurde daraus? Wenn nun ein toter Haifisch in einer Formalin-Theke (Damien Hirst) oder die enorme Skulptur eines Luftballonpudels (Jeff Koons) als Kunst verstanden werden, wie kam das zustande?

Autoritär, elitär & unzugänglich setzt sich mit dem heutigen Kunstbetrieb auseinander, indem es die Aktionsstrategien unterschiedlicher Akteur*innen und Mechanismen des Systems zu erschließen versucht. An der Schnittstelle zwischen Ästhetik, Soziologie und Wirtschaftslehre wird der Kunstraum als politisches Schlachtfeld verstanden, wo Kunstsinn und Autoritätsvergabe auf dem Spiel stehen. Anhand historischer Beispiele in der Gegenwartskunst werden die Voraussetzungen des heutigen Kunstbetriebs erörtert, um letztlich die Frage zu beantworten, ob Kunst autoritär, elitär und unzugänglich sein muss.