Wie können aus Fremden, aus Flüchtlingen und Einheimischen, Freunde werden? Wie ist es möglich, mit kulturellen Unterschieden und Konflikten in solchen Freundschaften umzugehen? Welche Veränderungen bewirken sie? Und was ist an diesen Freundschaften politisch?

Um diesen Fragen nachzugehen, erzählt Wie aus Fremden Freunde werden die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen einer jungen, aus Afghanistan geflüchteten Frau und einem deutschen Mann. Die Freundschaft nahm ihren Ausgang in der chaotischen Situation vor dem Berliner LAGeSo im Herbst 2015; sie begann mit Hilfe bei bürokratischen Problemen und endete mit Diskussionen über Liebe und das Küssen auf der Straße. Eindringlich porträtiert das Buch eine junge Frau, ihre Hoffnungen und Träume sowie die Schwierigkeiten, mit denen sie kämpfen muss. Und so intim die Geschichte ist, die das Buch erzählt, so politisch ist sie. In einer Freundschaft lässt sich lernen, mit großen Differenzen umzugehen, sie offen auszusprechen und dennoch Freunde zu bleiben. In Freundschaften bildet sich das Vertrauen, das eine demokratische Polis braucht. Und sie können subversiv sein, wenn sie die Frage nach dem Recht auf Aufenthalt in diesem Land, das konstitutiv für die politische Logik eines Nationalstaats ist, ignorieren und durchbrechen. Freundschaften zwischen Fremden zeigen, was möglich sein kann. In einer von Sorgen und Ängsten geprägten Debatte über Geflüchtete und deren Integration macht dieses Buch Hoffnung, ohne Schwierigkeiten zu verkennen.

 

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