Schneller, höher, weiter, tiefer –Diskurse über die Optimierung des Menschseins

Möglichkeit Mensch ist eine interdisziplinäre Publikation, die sich auf den Feldern der Technik, der Kunstgeschichte und der Kulturgeschichte mit der Frage auseinandersetzt, wie der Mensch seine natürlichen, gesellschaftlichen und sozialen Grenzen durch Technik zu überwinden versucht. Seit seiner Entstehung gilt der Mensch als Mängelwesen, das über technische Fähigkeiten nicht nur in der Lage ist, seine Schwachstellen zu kompensieren, sondern auch seine Möglichkeiten zu optimieren. Um die Geschichte dieses Enhancements dreht sich Möglichkeit Mensch.

Es wird zunächst am konkreten Beispiel des Luftraums die Interaktion zwischen dem Menschen und seinen Lebensräumen hinterfragt. Mit dem konzentrierten Blick auf ein technikgeschichtliches Thema wird das Zusammenspiel von Mensch, technologischem Wandel und Medien untersucht. 15 international renommierte Künstlerinnen und Künstler durchbrechen im Folgenden die Grenzen des Vertrauten. Cyborgs und Anthropofakte, Biofakte und Artefakte zeugen von der Technisierung des Menschen einerseits und der Humanisierung von Technik andererseits. Der Mensch erscheint als hybrides Wesen, natürlich und künstlich zugleich. Die Trennung von Mensch/Maschine, Mensch/Tier und Mensch/Pflanze ist durchlässig geworden. Die Feier der Selbstoptimierung, die inzwischen alle Lebensbereiche unserer Upgradekultur erreicht hat, führt zu einer permanenten Verschiebung von Werten und Normen. Die Künstlerinnen und Künstler zeigen den Menschen als Projekt, als Möglichkeitswesen. Abschließend diskutieren Kulturwissenschaftler, Philosophen, Sportwissenschaftler, Medienwissenschaftler, Historiker, Literaturwissenschaftler und Soziologen über die Ökologien des Menschlichen. Was ist das Menschliche am Menschen? Wie kann der Mensch verstanden werden und wie kann er unter Menschen leben? In welchen Umgebungen ist es möglich, Mensch zu sein? Was also ist das Milieu des Menschen und was heißt es, wenn dieses Milieu sich erweitert oder wenn es sich einschränkt? Welche Grenzen muss der Mensch akzeptieren? Kann er sich erkennen und kann er sich ertragen? Welches Bild macht sich der Mensch vom Menschlichen?

Die Publikation entstand anlässlich eines Ausstellungsprojekts im Zeppelin Museum Friedrichshafen.

 

Mit Beiträgen von Natascha Adamowsky, AES+F Group, Art Orienté Objet, Volker Bartenbach, Tim Berresheim, Ulrich Bröckling, Revital Cohen, Mariechen Danz, Heather Dewey-Hagborg, Claudia Emmert, Jens Hauser, Ute Holl, Friederica Ihling, Hiroshi Ishiguro, Christian Jankowski, Eduardo Kac, Albert Knoll, Eva Kot’átková, Maren Lehmann, Viktoria Modesta, Ina Neddermeyer, Marnix De Nijs, Jon Rafman, Mirjam Schaub, Jörg Scheller, Stephan Schmidt-Wulffen, Sašo Sedlacek, Ryan Trecartin, Jessica Ullrich, Tuur Van Balen, Karen van den Berg, Burkhardt Wolf u.a.

 

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