Der Sound der Städte

Der Raum der Stadt ist nicht nur ein Ort des Konsums, des Verkehrs oder des Wohnens, immer ist er auch ein akustischer Raum: ein Netz von Klängen, Bewegungen und Rhythmen an der Schnittstelle von Öffentlichem und Privatem, Individuellem und Kollektivem. Auf den Spuren der Brüche und Neuverhandlungen überkommener Wahrnehmungsmuster fragt Verortungen / Entortungen: Urbane Klangräume nach anderen Erfahrungsräumen des Urbanen und den Möglichkeiten einer Mikropolitik des Alltags. Vor dem Hintergrund einer zunehmend auch auf Klangdesign abzielenden Ästhetisierung des Alltags – beispielsweise umsatzfördernde Hintergrundmusik in Kaufhäusern oder die Eliminierung störender Stimmen in Wohngebieten – stellt sich die Frage nach dem ästhetischen, politischen und ethischen Potential von Klangkunst heute. Wenn Klang grundsätzlich „assoziativer“ Art ist, wie Brandon Labelle in Acoustic Territories festhält, dann ist die Frage dessen, was und wie wir hören, latent politisch.

Vom 14. Oktober bis 13. November 2011 fand im D21 Kunstraum Leipzig die Ausstellung Verortungen / Entortungen: Urbane Klangräume statt. Kuratiert von Melanie Albrecht und Michael Wehren griff die Ausstellung die Allgegenwart des Klangs im urbanen Raum auf und zielte auf das Ungehörte im Gehörten, das Unbekannte im allzu Bekannten. Im Mittelpunkt standen die installativen, medialen und performativen Dimensionen von Klang und Ort. Dabei bestand die künstlerische Produktivität der Audio-Installationen darin, neu und anders wahrzunehmen, sowie im Aufbrechen von Raum- und Klang­anordnungen.

Der Band Verortungen / Entortungen: Urbane Klangräume setzt die mit der Ausstellung begonnene Reflexion und Untersuchung des urbanen Raums fort und vertieft in diesem Zusammenhang entwickelte Perspektiven. Er enthält neben Vorträgen des im Rahmen der Ausstellung veranstalteten Symposiums weitere Beiträge sowie eine Dokumentation der Ausstellung.

 

Mit Beiträgen von Melanie Albrecht, Rinus van Alebeek, Thomas Bey William Bailey, Roger Behrens, Claudia Bosse, Jonas Engelmann, Gerald Fiebig, Susann Jehnichen, Stefan Militzer, Udo Noll, Marcus Quent und Michael Wehren

 

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