Literatur und Geschlecht

Yael Dayan wurde am 2. Dezember 1939 in Nahalal im britischen Mandatsgebiet Palästina geboren. Neben ihrer literarischen Tätigkeit ist sie auch Verfasserin zahlreicher journalistischer Texte. Als Politikerin war Dayan von 1992 bis 2013 Abgeordnete der Knesset und setzte sich als politische Aktivistin für Frieden, Frauenrechte, LGBT-Rechte, Kinderrechte, Behindertenrechte und Flüchtlingsrechte ein. Nation, Narration und Geschlecht nimmt Fixierungen und Brüche im literarischen Werk Yael Dayans in den Blick. Analysiert werden die fünf Romane New Face in the Mirror, Envy the Frightened, Dust, Death Had Two Sons und Three Weeks in October, der Kriegsbericht A Soldier’s Diary, die Autobiografie My Father. His Daughter und die Memoiren Transitions.

Das vorliegende Buch konzentriert sich auf literarische Repräsentationen israelischer Geschichte(n) und Konstruktionen sowohl jüdischer als auch israelischer (nationaler) Identitäten. Interdependenzen von Geschlecht, Narration und Identitätsentwürfen werden diskutiert. Es wird hinterfragt, in welchem intersektionalen Verhältnis Diskurse über Nation, Shoah und Identität stehen und mit welchen historischen Narrativen diese verknüpft werden. Vor dem Hintergrund, den Theorien und Diskurse zu Erinnerungskulturen bieten, werden die Repräsentationen israelischer Kriege, von Sexualität und zwischenmenschlichen Beziehungen, Alter(n) sowie Glaube und Religion betrachtet. Geschlecht ist hierbei die zentrale Analysekategorie.

 

Viktoria Pötzl hat 2014 am Institut für Judaistik der Universität Wien promoviert. Neben Lehraufträgen an der Universität Wien und der Burjatischen Universität Ulan Ude war sie zuletzt Lektorin der School of Applied Humanities and Languages der German Jordanian University (Amman). Ihre Forschungsschwerpunkte sind der moderne Nahe Osten, Deutsche und Österreichische Literatur, Postcolonial Studies/Decolonial Studies, Feminismus, Queer Theory und Gender Studies.