Der performative Expressionismus

Expressionismus 02/2015

Das zweite Heft der Zeitschrift Expressionismus wendet sich der performativen Seite expressionistischer Kunst zu. Expressionistische Arbeiten sind programmatisch stark auf die Veränderung der Gesellschaft ausgerichtet – ein Ziel, das expressionistische Kunst nicht nur ständig kommuniziert, sondern auch aktiv umsetzen will. Entsprechend hoch ist die Zahl an Versuchen, spezifisch performative Formen von Kunst zu entwickeln.

Die Dimensionen dieses Bereichs sind vielfältig. Verschiedentlich werden in den 1910er Jahren Forderungen laut, die Wirkung von Gedicht­lesungen zu intensivieren. Expressionistische Bühnen wie die Tribüne und die Sturm-Bühne tragen mit dazu bei, dass die konkrete Theatererfahrung gegenüber dem reinen Dramentext stärker ins Zentrum rückt und Musik und Bildende Kunst integriert werden. Außerdem bringen Fotografie und Film eine neue Ebene des Performativen hervor. Diese Breite des Feldes zeigt das Heft auf, indem es eine internationale Perspektive einnimmt sowie auf die performative Verflechtung verschiedener Kunstrichtungen aufmerksam macht. Es versammelt Aufsätze zum deutschen wie zum spanischen Avantgarde­theater, zur Beziehung von Tanz und Lyrik sowie zur performatorischen Ausrichtung der Bildenden Kunst in Polen. Außerdem wirft das Heft einen Blick über das expressionistische Jahrzehnt hinaus und verfolgt sowohl die Einflüsse des Expressionismus auf den amerikanischen Film der 1920er und 1930er Jahre als auch aktuelle Versuche, expressionistische Texte performativ wieder zum Leben zu erwecken.

 

Mit Beiträgen von Michael Bahn, Jean Marie Carey, Lidia Gluchowska, Herle-Christin Jessen, Larissa Kikol, Rebecca Schönsee und Florian Zappe.

 

Leseprobe

 

Weitere Ausgaben von Expressionismus:

01/2015 – Künstlerkreise

02/2015 – Der performative Expressionismus

03/2016 – Religion

04/2016 – Expressionistinnen

05/2017 – Der Sturm und Die Aktion

06/2017 – Wahnsinn – Call for Papers