Utopien in Kunst und Ökonomik

Hat utopisches Denken einen Platz in der Ökonomik? Müssen sich Utopien dem Anspruch ihrer praktischen Realisierbarkeit stellen? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen utopischen Entwürfen in der Kunst und wirtschaftswissenschaftlicher Theoriebildung? Der Band Ökonomische Utopien untersucht aus interdisziplinärer Per­spektive die Verflechtungen ökonomischen und künstlerischen Denkens auf der Suche nach alternativen Gesellschaftsentwürfen.

Die Beiträge aus Kultur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften widmen sich den spezifisch ökonomischen Aspekten utopischer Entwürfe seit Beginn einer im modernen Sinn als kapitalistisch zu beschreibenden Wirtschaftsweise. Sie zeigen, inwiefern Utopien in Literatur, Film und bildender Kunst wirtschaftswissenschaftliche Theoriebildung aufgreifen und umgekehrt: welchen Anteil das utopische Denken an der Ökonomik hat. Sie zeigen, wie pragmatische und normative Motivationen bei der Entwicklung alternativer Wirtschaftsentwürfe ineinander greifen. Sie zeigen, dass es sich bei ökonomischen Utopien auch um lokale, individuelle, momentane Strategien handeln kann, die der durch Rationalität und Lohnarbeit gekennzeichneten Realität alternative Lebensentwürfe entgegenhalten.

Das thematische Spektrum des Bandes reicht von anarchokommunistischen Öko-Utopien in der Gegenwartsliteratur, Maschinen­menschen in der Malerei und ökonomisch-utopischen Diskursen in der Populärkultur über Beiträge zum kybernetischen Sozialismus bis zum Glücksspiel als inner- und gegenkapitalistische Utopie.

 

Mit Beiträgen von Franziska Bechtel, Till Breyer, Christopher Dathe, Kirsten Fitzke, Hannes Gießler, Christian Kremser, Matthias Naumann, Jonas Nesselhauf, Marion Messiner, Anne Reich, Jens Reich, Katja Rieck und Peter Seyferth.

 

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