Nebulosa – Figuren des Sozialen

Ab Ausgabe 05 trägt die Zeitschrift Nebulosa den neuen Untertitel Figuren des Sozialen (zuvor Zeitschrift für Sichtbarkeit und Sozialität). Damit verschiebt und konkretisiert Nebulosa ihre thematische Ausrichtung, in den Blick rücken soziale Akteur_innen mit ihren Praxen und Funktionen, seien es politische, kulturelle, künstlerische, diskursive oder andere. Fragen nach Handlungsfähigkeiten und nach repräsentativen Verhältnissen, die Kategorien wie „Figur“ überhaupt erst heraufbeschwören, sie in Verbindung zu anderen setzen und sie so sozial werden lassen, soll anhand von für das gesellschaftliche Imaginäre wirksamen und konstitutiven Figuren nachgegangen werden. Ohne den Anspruch, eine Vollständigkeit sozialer Figuren oder eine einheitliche Typologie zur Diskussion zu stellen, werden sich die Hefte von Nebulosa je einer sozialen Figur und ihren gesellschaftlichen, kulturellen, politischen, künstlerischen und anderen Erscheinungsformen widmen.

Die lateinische figura, Gestalt oder auch Gebilde, als phänomenhafte Erscheinung lädt ein, die Diskurse, die diesen Figuren des Sozialen zu Sichtbarkeit verhelfen oder aber ihre Sichtbarkeit einzuschränken suchen, weiter im Zentrum der Fragestellungen von Nebulosa zu halten. Die Herstellung von Sichtbarkeit und die Wahrnehmung bestimmter Figuren – immer in Differenz zu anderen Figuren? – eröffnet auch einen semiotischen Horizont der Figuren als Zeichen von und für etwas, eine Dimension, die sich über eventuell ganz materielle Anteile von Figuren spannt und sich maßgeblich in der konstituierenden Sprache über und von Figuren niederschlägt. Auch soziale Praxen generieren Figuren, welche sich möglicherweise schwer in Worte fassen lassen. Dies liegt nicht zuletzt an der wahrgenommenen oder vorgestellten Körperlichkeit von Figuren, der immer auch etwas der sprachlichen Fassung Widerstrebendes eignet, das ebenso zu bedenken sein wird. Hierbei gilt es zudem zu untersuchen, inwiefern solche sozialen Akteur_innen menschliche sein müssen, fiktiv sind, oder auch Dinge, Maschinen, Produkte zu Figuren des Sozialen in Geschichte und Gegenwart gemacht werden.

Jede Ausgabe von Nebulosa besteht aus einem thematischen Schwerpunkt und einem Forum. Die konzeptionelle Besonderheit ist, dass das Forum jeweils das Schwerpunktthema des vorangegangenen Heftes wieder aufnimmt und diskursiv in mehreren Beiträgen verhandelt, die auf einen oder mehrere Artikel des vorangegangenen Schwerpunkts Bezug nehmen, kommentieren, ergänzen und erweitern. So soll sich ein die Hefte miteinander verknüpfender Diskurs entwickeln.

 

Herausgegeben wird Nebulosa von den Theater-, Film- und Medienwissenschaftler/innen Eva Holling und Matthias Naumann sowie dem Kulturwissenschaftler Frank Schlöffel.

 

Nebulosa erscheint halbjährlich im Frühjahr und Herbst.

Bereits erschienene und geplante Ausgaben:

01/2012 – Wahrnehmung und Erscheinen

02/2012 – Subversion

03/2013 – Gespenster

04/2013 – Maßnehmen / Maßgeben

05/2014 – Subjekte der Geschichte

06/2014 – Arbeiterinnen und Arbeiter

07/2015 – Prinzessinnen

08/2015 – Hunger

Die Zeitschrift wurde eingestellt. Die erschienenen Ausgaben sind aber noch lieferbar.