Wild

Tierstudien 08/2015

Diese Ausgabe von Tierstudien widmet sich der Denkfigur des Wilden. Wildheit gehört zu den grundlegenden kulturellen Zuweisungen von Animalität, wobei nicht nur Raubtiere, sondern auch Barbaren, Kinder und Naturausschnitte als wild gelten können. Dabei wird das Wilde meist assoziiert mit dem Ungezügelten, mit Fremdheit und Sprachlosigkeit. Die Zuschreibung von Wildheit kann genauso der Aus- und Abgrenzung des Anderen und des Unzivilisierten dienen wie als positive, vitale Qualität mit subversiver Kraft gemeint sein. Für die einen ist der Teil der Natur wild, der nicht von Menschen kontrolliert werden kann, für die anderen der, der unterworfen und gezähmt werden muss. Als unkorrumpierte Natur kann Wildnis mit den dort heimischen Tieren Erholung bieten – oder aber Gefahren bergen.

Es existieren Skalen, um die spezifische Wildheit von Labormäusen zu testen, und es gibt eine eigene Kategorie von Tieren, die landläufig einfach als „Wild“ bezeichnet und damit als jagdbar markiert wird. Dennoch bleiben alle Definitionen von ‚wild‘ und ‚Wildheit‘ stets vorläufig. Dieser wandelbare Topos wird in Tierstudien nun aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven verhandelt und neu gedacht.

 

Mit Beiträgen von Leonie Bossert, Clemens Butzert, Belinda Kleinhans, Bernd Kleinhans, Alexander Kling, Elisabeth Luggauer, Marcello Pocai, Sebastian Schönbeck, Volker Sommer, Mariel Jana Supka und Nadir Weber; und künstlerischen Beiträgen von Kurt Wilhelm Hofmann, Loredana Nemes und Nicole Schuck.

 

Inhaltsverzeichnis & Editorial

 

Weitere Ausgaben von Tierstudien:

01/2012 – Animalität und Ästhetik

02/2012 – Tiere auf Reisen

03/2013 – Tierliebe

04/2013 – Metamorphosen

05/2014 – Tiere und Tod

06/2014 – Tiere und Raum

07/2015 – Zoo

08/2015 – Wild

09/2016 – Tiere und Unterhaltung

10/2016 – Experiment

11/2017 – Mimesis, Mimikry, Mimese

12/2017 – Tiere und Krieg – Call for Papers